ZIELE FÜR DIE ZUSAMMENSETZUNG, KOMPETENZPROFIL UND BESCHREIBUNG DES DIVERSITÄTSKONZEPTS FÜR DEN AUFSICHTSRAT

Das Diversitätskonzept für den Aufsichtsrat wurde vom­ ­Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 27. September 2018 zusammen mit den ­Zielen für die Zusammensetzung und dem ­Kompetenzprofil für den Aufsichtsrat beschlossen:

Der Aufsichtsrat der DEUTZ AG benennt konkrete Ziele für seine Zusammensetzung und hat ein Kompetenzprofil für das Gesamtgremium gemäß Ziffer 5.4.1 des Deutschen Corporate ­Governance Kodex erarbeitet.

Der Aufsichtsrat ist so zusammenzusetzen, dass seine ­Mitglieder über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben in einem international tätigen Konzern erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. Dies ­bedeutet nicht, dass jedes einzelne Aufsichtsratsmitglied alle erforderlichen Kenntnisse und Erfahrungen besitzt, sondern für jeden ­wesentlichen Aspekt der Aufsichtsratstätigkeit mindestens ein Aufsichtsratsmitglied als kompetent angesehen werden kann, sodass die erforderlichen Kenntnisse und Erfahrungen durch die Gesamtheit der Aufsichtsratsmitglieder unter Einschluss der Arbeitnehmervertreter bei Berücksichtigung der Besonderheiten des Mitbestimmungsrechts abgebildet werden.

1. Beschreibung der im Aufsichtsrat erforderlichen Kompetenzfelder

Der Aufsichtsrat der DEUTZ AG soll sich aus Persönlichkeiten zusammensetzen, die in ihrer Gesamtheit ein Kompetenzspektrum zur Verfügung stellen, mit Hilfe dessen eine umfassende und effektive Beratung und Überwachung des Vorstands in Bezug auf die gesamte Geschäftstätigkeit der DEUTZ AG gewährleistet wird. Wesentliche Bestandteile dieses Kompetenzspektrums sind nach Einschätzung des Aufsichtsrates:

  • Erfahrung bei der Führung und Überwachung international tätiger Unternehmen
  • Vertrautheit der Mitglieder in ihrer Gesamtheit mit den wesentlichen Tätigkeitsbereichen des Unternehmens und damit verbundenen Märkten und Wertschöpfungsketten
  • Verständnis für die Strategie des Unternehmens und dessen zukünftige strategische Entwicklung auch vor dem Hintergrund sich gegebenenfalls ändernder Marktanforderungen
  • Mitbestimmungsrechtliche Kenntnisse
  • Angemessene Kenntnis zu Finanzen, Bilanzierung, ­Rechnungswesen, Compliance und Risikomanagement
  • Ausgeprägte Erfahrung auf dem Gebiet technische Forschung und Entwicklung, industrielle Fertigung oder Service
  • Ausgeprägte Erfahrung auf dem Gebiet Vertrieb, ­Service oder Marketing in dem Industriesektor für Motoren, ­Antriebssysteme oder damit zusammenhängende Maschinen
  • Kenntnisse auf dem Gebiet Corporate Social ­Responsibility (CSR)
  • Kenntnisse im Bereich Digitalisierung und Industrie 4.0
  • Kommunikationsexpertise
  • Grundlegende börsen- bzw. aktienrechtliche sowie Finanzmarkt-Kenntnisse

Darüber hinaus muss im Hinblick auf die Anforderungen von § 100 Abs. 5 AktG mindestens ein Mitglied des Aufsichtsrats und des Prüfungsausschusses über Sachverstand auf den Gebieten ­Rechnungslegung oder Abschlussprüfung verfügen (Financial Expert) und die Aufsichtsratsmitglieder müssen in ihrer Gesamtheit mit der Branche für Motorenbau, Antriebssysteme oder damit zusammenhängenden Maschinen vertraut sein.

2. Mindestanforderungen an die fachlichen und persönlichen Kompetenzen

Die einzelnen Aufsichtsratsmitglieder sollen über bestimmte ­Mindestkompetenzen verfügen, die für eine ordnungsgemäße Mandatswahrnehmung erforderlich sind:

  • Fähigkeit, das Geschäftsmodell zu verstehen und kritisch zu hinterfragen
  • Grundlegende Kenntnis der relevanten rechtlichen Normen
  • Grundlegende Kenntnisse im Bereich Compliance
  • Grundlegende finanztechnische Kenntnisse, insbesondere in Rechnungslegung und Jahresabschluss
  • Fähigkeit zur Prüfung des Jahresabschlusses, ggf. mit ­Unterstützung des Abschlussprüfers
  • Fähigkeit, die Berichte des Vorstands und der Aufsichtsratsausschüsse zu verstehen, kritisch zu hinterfragen und eigene Schlussfolgerungen zu ziehen
  • Fähigkeit, die Ordnungsmäßigkeit, Wirtschaftlichkeit, Zweckmäßigkeit und Rechtmäßigkeit der zu bewertenden Geschäftsentscheidungen zu beurteilen und auf Plausibilität prüfen zu können
  • Bereitschaft und Fähigkeit zu ausreichendem inhaltlichem und zeitlichem Engagement
  • Bereitschaft zu regelmäßiger Fortbildung sowohl durch gesellschaftsinterne als auch externe Fortbildungsangebote
  • Persönliche Unabhängigkeit und Integrität

3. Ziele für die Besetzung des Gesamtgremiums

  • Vielfalt (Diversity)
    Der Aufsichtsrat strebt für seine Zusammensetzung im ­Hinblick auf Vielfalt (Diversity) die angemessene Beteiligung beider Geschlechter, die Berücksichtigung ­unterschiedlicher beruflicher und internationaler Erfahrungen sowie die Sicherstellung der Zugehörigkeit von Mitgliedern mit ­langjähriger einschlägiger Erfahrung an. Da es sich bei der DEUTZ AG um eine börsennotierte, dem Mitbestimmungs­gesetz unterfallende Aktiengesellschaft handelt, setzt sich der Aufsichtsrat gemäß den in § 96 Abs. 2 AktG niederge­legten Grundsätzen zu mindestens 30 % aus Frauen und zu mindestens 30 % aus Männern zusammen.
  • Internationale Expertise
    Mit Blick auf die ­internationale Tätigkeit des DEUTZ-Konzerns soll darauf geachtet werden, dass dem Aufsichtsrat eine ­ausreichende Anzahl an Mitgliedern mit einer langjährigen ­internationalen Erfahrung angehört. Diesem internationalen Profil kann in mehrfacher Weise Rechnung getragen werden, z. B. durch eine derzeitige oder ehemalige Tätigkeit in einer ­leitenden Funktion in einem international tätigen Unternehmen oder durch einen derzeitigen oder früheren beruflichen und ­privaten Mittelpunkt im Ausland.
  • Unabhängigkeit und potenzielle Interessenkonflikte
    Mehr als die Hälfte der Aufsichtsratsmitglieder soll ­unabhängig im Sinne von Ziffer 5.4.2 des Deutschen ­Corporate Governance Kodex sein. Hierbei geht der ­Aufsichtsrat davon aus, dass allein die Ausübung des Aufsichtsratsmandats als Arbeitnehmervertreter keine ­Zweifel an der Erfüllung der Unabhängigkeitskriterien des Kodex ­begründen kann. Aufsichtsratsmitglieder sollen keine Organfunktion oder Beratungsfunktion bei wesentlichen Wettbewerbern des DEUTZ-Konzerns ausüben. ­Wesentliche und nicht nur vorübergehende Interessenkonflikte in der ­Person eines Aufsichtsratsmitglieds sollen zur Beendigung des Mandats führen.
  • Zeitliche Anforderungen an die ­Mandatswahrnehmung
    Der Aufsichtsrat hält es für wichtig, dass seinen gegenwärtigen Mitgliedern ebenso wie Aufsichtsratskandidaten aus­reichend Zeit zur Verfügung steht für die Vor- und Nachbereitung der regulären Aufsichtsratssitzungen, die Teilnahme an diesen und der Befassung mit dem regelmäßigen Berichtswesen. Für die Tätigkeit in ­Ausschüssen, insbeson­dere bei deren Leitung, ist ein gesteigerter ­Zeitbedarf ­erforderlich. Anhand dieser Kriterien ist die zeitliche ­Belastung der Aufsichtsratsmitglieder und -kandidaten in Bezug auf ­andere Mandate in Aufsichts- oder Kontroll­gremien, der aktiven Berufstätigkeit oder sonstigen Aufgaben zu berücksichtigen.
  • Regelmäßige Überprüfung/Evaluation
    (1) Die Anteilseignervertreter sollen durch ein vorschlagendes Votum des Nominierungsausschusses an den Aufsichtsrat unter Berücksichtigung der vorstehenden Kriterien ausgewählt werden, der dann seinerseits der Hauptversammlung entsprechende Vorschläge unterbreitet. Auch die von den Arbeitnehmern zu wählenden Vertreter im Aufsichtsrat sollen die wesentlichen Kriterien dieses Kompetenzprofils erfüllen.

    (2) Außerdem ist in regelmäßigen Abständen im Wege der sog. Evaluation zu überprüfen, inwieweit die Aufsichtsratsmitglieder und die Zusammensetzung des Aufsichtsrats noch mit den unter Ziffer 1 genannten Zielen in Einklang steht und eine sachgerechte Aufgabenerfüllung des Aufsichtsrats in der vorhandenen Zusammensetzung insgesamt ­gewährleistet erscheint.

4. Diversitätskonzept

  • Beschreibung des Diversitätskonzepts
    Der Aufsichtsrat hat darüber hinaus beschlossen, eine ­diverse Zusammensetzung anzustreben, insbesondere im Hinblick auf Alter, Geschlecht sowie Bildungs- und Berufshintergrund.
  • Ziel des Diversitätskonzepts
    Ziel des Diversitätskonzepts für den Aufsichtsrat ist es, ein ­breites Verständnis für die gesellschaftlichen und unternehmer­ischen Anforderungen an die DEUTZ AG sicherzustellen. Insbesondere soll die Diversität dazu beitragen, dass unternehmerische Entscheidungen seitens des Vorstands aus unterschiedlichen ­Perspektiven und vielfältigen Erfahrungen heraus beurteilt ­werden können.
  • Art und Weise der Umsetzung des Diversitätskonzepts ­
    Der Aufsichtsrat soll auf möglichst unterschiedliche Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen zurückgreifen ­können. ­Deshalb soll bei seiner Zusammensetzung die Vielfalt ­(Diversity) angemessen berücksichtigt und bei der Vorbereitung von Wahlvorschlägen ­darauf geachtet werden, dass sich die Profile der Kandidaten sinnvoll ergänzen.

Der Aufsichtsrat setzt sich entsprechend den gesetzlichen Vorgaben zu mindestens 30 % aus Frauen und zu mindestens 30 % aus Männern zusammen.

Ziel für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats ist es ­darüber ­hinaus, dass Aufsichtsratsmitglieder vorbehaltlich ­besonderer ­Gründe nicht länger amtieren als bis zum Ende der Hauptversammlung, die auf die Vollendung des vierundsiebzigsten Lebensjahres folgt (Regel­altersgrenze). Ferner sollen Aufsichtsratsmitglieder dem Aufsichtsrat vorbehaltlich besonderer Gründe nicht mehr als drei volle Amts­perioden angehören.

  • Im Geschäftsjahr erreichte Ergebnisse des ­Diversitätskonzepts
    Mit der aktuellen Zusammensetzung des Aufsichtsrats ­werden die benannten Ziele abgebildet und entspricht dessen aktuelle Zusammen­setzung dem beschlossenen Kompetenzprofil.