Querschnittsthemen

Hinsichtlich der Querschnittsthemen spielen Kundenzufriedenheit, Innovationen und Lieferantenmanagement eine bedeutende Rolle. Aufgrund der Wesentlichkeit der DEUTZ AG als Führungsgesellschaft besteht bisher kein übergreifendes Konzept für diese Querschnittsthemen. Daher konzentrieren wir unsere Berichterstattung auf die DEUTZ AG.

Kundenzufriedenheit

Kundenzufriedenheit hat für DEUTZ eine sehr hohe Priorität. Die Kunden und ihre Bedürfnisse stehen grundsätzlich im Mittelpunkt all unserer Aktivitäten. Das DEUTZ-Konzept der Kundenzufriedenheit basiert auf der Erfolgsmessung der aktuellen Kundenprojekte. Wir haben die Vertriebsprojekte pro Region in ein Monitoring überführt. Der Status dieser Projekte wird regelmäßig in einem Sales Review von den lokalen Führungskräften auf Vorstandsebene berichtet. Ein wesentliches Kriterium der Berichterstattung ist das Feedback der Kunden zum Projektfortschritt. Über dieses Monitoring sollen mögliche Hindernisse identifiziert werden. Aus einer Häufung gleicher Hindernisse können wir die Maßnahmen ableiten, die zu einer Verbesserung der Kundenzufriedenheit führen. Das Konzept wurde Ende 2018 eingeführt. Für 2019 werden die Kundenprojekte in die Zielvorgaben der Vertriebsbereiche überführt und messbar gemacht.

Die bisherigen Aktivitäten zur Steigerung der Kundenzufriedenheit und die im Jahr 2017 begonnenen Projekte zur Qualitätssteigerung im Rahmen der Null-Fehler-Strategie haben wir weitergeführt und ausgebaut. Die Qualitätsoffensive der DEUTZ AG umfasst auch die Einführung von Lean Six Sigma als Managementsystem. Ein wesentlicher Fokus der Six-Sigma-Projekte liegt dabei auf den Themen Steigerung der Liefertreue und Erhöhung der Durchlaufgeschwindigkeit bei Kundenanfragen. Die entsprechenden Projekte haben wir 2018 umgesetzt.

Neben der Steigerung der Qualität sehen wir die innovative und modulare Ausrichtung von DEUTZ als weiteren Beitrag zur Steigerung der Kundenzufriedenheit. Die Entwicklung effizienter und nachhaltiger Antriebssysteme gibt unseren Kunden Planungssicherheit. Mit der strategischen Ausrichtung „advanced drive systems“ liefert DEUTZ seinen Kunden modulare Antriebskonzepte, die über Emissionsstufen, Leistung und Kraftstoffart skalierbar sind. Dies kann bei den Kunden zu minimierten Investitionsrisiken und erhöhter Umsetzungsgeschwindigkeit bei Technologiewandel oder -sprüngen führen. Zudem binden wir unsere Kunden eng in die Entwicklung neuer Antriebstechnologien ein, wie zum Beispiel im Rahmen des Projekts E-DEUTZ. Der Auftakt dazu erfolgte auf der Intermat im April 2018 in Paris. DEUTZ zeigte hier der Öffentlichkeit erstmals seine Systemkompetenz für elektrische Antriebe. Im Folgenden konnten DEUTZ-Kunden und alle weiteren Interessierten die Entwicklung elektrischer Antriebssysteme hautnah verfolgen. Bei dem abschließenden Event ELECTRIP konnten alle wichtigen Stakeholder die DEUTZ-Systemkompetenz für elektrische Antriebe zu Wasser und zu Land persönlich erleben.

Innovationen

Wir wollen DEUTZ als führenden Hersteller innovativer Antriebssysteme positionieren. Innovationen der DEUTZ AG beziehen sich hierbei auf vier Schwerpunkte:

1) Alternative Kraftstoffe: Dabei stehen neben Flüssiggas (LPG), Erdgas und Wasserstoff auch regenerativ erzeugte Kraftstoffe im Fokus.

2) Hybride und vollelektrische Antriebssysteme: Die Kombination von Verbrennungsmotor und Elektromotor (Hybridisierung) sowie der vollelektrische Antrieb sind wesentliche Schwerpunkte unserer Entwicklungstätigkeiten.

3) Digitalisierung: Ein besonderes Augenmerk liegt auf innovativen digitalen Lösungen, um unseren Kunden neue Dienstleistungen anzubieten (Connectivity, Smart Services rund um den Motor).

4) Marktbeobachtung und Weiterentwicklung bestehender Produkte und Technologien: Unsere vorhandenen Serientechnologien werden stetig analysiert und optimiert. Ziel ist dabei, eine Kundenzufriedenheit auf höchstem Niveau und in der Breite aller Anwendungen zu generieren.

Forschung und Entwicklung wird zentral gesteuert

Innovationen entstammen bei der DEUTZ AG vor allem der zentralen F&E-Abteilung in Köln-Porz. Unsere Tochtergesellschaften DEUTZ Corporation und Torqeedo engagieren sich bereits in der Produktplanungsphase und bringen ihre regionalen Anforderungen aktiv in den Entwicklungs- und Innovationsprozess mit ein. Die DEUTZ Corporation fokussiert sich im Besonderen auf die amerikanische Emissionsgesetzgebung (EPA, CARB); Torqeedo wirkt intensiv am Innovationsprozess in Bezug auf die Hybridisierung und Elektrifizierung mit.

Innerhalb der DEUTZ AG ist die Abteilung »Produktmanagement« für die Beobachtung des Marktes und die sich daraus ergebenden Produktanforderungen zuständig. Im Rahmen eines quartalsweisen »Product Boards«, an dem auch der Vorstand teilnimmt, werden Markttrends und Vorentwicklungsaktivitäten besprochen und weitere Entwicklungsaktivitäten angestoßen bzw. priorisiert. Neue Produkte entwickeln und industrialisieren wir mithilfe des etablierten Produktentstehungsprozesses (PEP). Technologien und Konzepte werden mit dem Vorentwicklungsprozess untersucht und bis zur Projektreife vorbereitet. Zur Erreichung der Ziele stoßen wir interne sowie externe Entwicklungen an. Bei externen Entwicklungen setzen wir auf die intensive Zusammenarbeit mit Entwicklungspartnern wie Lieferanten, Hochschulen und Forschungseinrichtungen.

Innovationcenter in Köln gegründet

Wir haben im November 2018 ein neues Innovationcenter eröffnet. Damit ist am Standort Köln-Porz ein Ort entstanden, der den Mitarbeitern Raum gibt, an Ideen zu arbeiten, diese prototypisch zu entwickeln und zu einem Projekt, einem Produkt oder einer Investitionsmöglichkeit zu formen.

Gemeinsame Projektarbeit, Networking und Brainstorming stehen im Mittelpunkt der visionären Einrichtung. Verschiedene Formate wie Mentoren-Sprechstunden, Pitchtrainings und Kreativ-Workshops unterstützen die Mitarbeiter zukünftig darin, ihre Ideen zu definieren und zu realisieren. Über das Innovationskonzept DEUTZ Accelerator werden sie hinsichtlich der Ausarbeitung ihrer Idee und der Entwicklung eines Geschäftsmodells zusätzlich gefördert. Modernste Technik in Form von Microsoft Surface Hub, 3D-Drucker und Augmented Reality steht dafür ebenfalls bereit.

Das Fraunhofer-Institut hat die DEUTZ AG 2018 für den exzellenten Einsatz agiler Entwicklungsmethoden innerhalb ihres Innovationsprozesses ausgezeichnet. Von insgesamt 159 teilnehmenden Unternehmen wurden wir als eines von fünf mit dem Prädikat »Successful Practices« geehrt.

Torqeedo beflügelt E-DEUTZ-Strategie

Die im Jahr 2017 übernommene Torqeedo dient als Nukleus für die E-DEUTZ-Strategie, in deren Rahmen hybride und vollelektrische Antriebe für den Off-Highway-Bereich entwickelt werden. Das Know-how von Torqeedo bei elektrischen Antriebssystemen führt zu einem diesbezüglichen Innovationsschub bei DEUTZ. Darüber hinaus bringt Torqeedo weitere neue Produkte auf den Markt, um den Wettbewerbsvorsprung bei elektrischen Bootsantrieben zu sichern und auszubauen.

Die Unternehmensführung von DEUTZ ist dabei durch das Product Board in die Innovationsaktivitäten eingebunden. Gemeinsam mit den Bereichen Produktmanagement, Vertrieb und Service bespricht der Vorstand den Stand der Vorentwicklung und gibt bei positiver Beurteilung die Projekte für die nächste Stufe frei. Förderprojekte werden in einem Kreis unterhalb des Top-Managements diskutiert.

Vielfältige Innovationen herausgebracht

Als Ergebnis unserer Innovationstätigkeit konnten wir im vergangenen Jahr zahlreiche wegweisende Neuerungen präsentieren. Auf dem DEUTZ-Kundenevent ELECTRIP haben wir die E-DEUTZ-Strategie für hybride und vollelektrische Antriebslösungen mit voll funktionsfähigen Kundenfahrzeug-Prototypen vorgestellt. Die Besucher konnten sich mit Probefahrten auf einem Testareal von der Funktionalität und Gebrauchstauglichkeit überzeugen.

Mit der DEUTZ Connect App zur mobilen Motordiagnose investieren wir außerdem in die Digitalisierung unserer Serviceprodukte. Dabei werden unterschiedlichste Markt- und Maschinendaten erfasst und der weiteren Analyse zugeführt. Dadurch können wir den Kundennutzen stetig steigern und maßgeschneiderte Lösungen anbieten. Unser neuer Webshop bringt darüber hinaus das DEUTZ-Servicenetz ins Internet.

In der Produktentwicklung setzen wir auf die weitere Verbreitung von agilen Entwicklungsmethoden. Unsere positiven Erfahrungen aus dem Bereich Softwareentwicklung werden so auch in anderen Entwicklungsdisziplinen nutzbar gemacht.

Weitere Patente und Auszeichnungen erhalten

Mit Patenten, Patentanmeldungen und Gebrauchsmustern schützen wir unser Know-how vor unbefugter fremder Nutzung. Im Berichtsjahr hat die DEUTZ AG zwölf neue Schutzrechte angemeldet, davon zehn im Inland. Insgesamt verfügt die DEUTZ AG nun über 117 deutsche und 165 ausländische Schutzrechte.

Torqeedo hat in den letzten Jahren wiederholt Auszeichnungen für ihre innovativen Produkte und ihre Umweltfreundlichkeit erhalten. Dazu zählt beispielsweise die Auszeichnung für »Maritime Sustainability« im Rahmen der »European Commercial Marine Awards 2018« für die solarelektrische ECOCat-Passagierfähre, die einen autarken solarelektrischen Betrieb einer 120-Personen-Fähre in Spanien auf Basis des DEEP-BLUE-Hybrid-Antriebs- und -Energiemanagementsystems realisiert.

Die Informationen zum Ideenmanagement der DEUTZ AG fassen wir in diesem Jahr im Abschnitt Arbeitnehmerbelange zusammen. Weitere Informationen zu Forschung und Entwicklung sind im Zusammengefassten Lagebericht zu finden.

Lieferantenmanagement

Das Lieferantenmanagement hat bei DEUTZ einen sehr hohen Stellenwert, da die Performance unserer Lieferanten einen direkten Einfluss auf unseren Geschäftsverlauf hat. Das übergreifende Lieferantenmanagement 1) der DEUTZ AG verfolgt das Ziel, Qualität, Lieferzeit, kommerzielle Rahmenbedingungen und die allgemeine Kommunikation mit den Lieferanten stetig zu verbessern. Dabei steht die Lieferantenentwicklung klar im Vordergrund. Im Rahmen der Qualitätsentwicklung werden pro Warengruppe Zielwerte für die Fehlerrate definiert, den Lieferanten kommuniziert und regelmäßig kontrolliert. Aus den Ergebnissen leiten wir entsprechende Maßnahmen ab. Unser übergeordnetes Ziel lautet hierbei »null Fehler«. Alle neuen Serienlieferanten müssen bei der DEUTZ AG freigegeben werden, basierend auf der Lieferanten-Selbstauskunft, der Herstellbarkeitsanalyse und weiteren Unterlagen sowie Kriterien. In der Regel findet in diesem Prozess ein Vor-Ort-Audit statt. Der DEUTZ-Konzern setzt grundsätzlich nur zertifizierte Serienlieferanten (Mindeststandard ISO 9001:2015) ein.

Lieferanten werden eng überwacht

Lieferanten managt die DEUTZ AG über das sogenannte »Lieferantencockpit«. Hiermit überwachen wir die Performance unserer Lieferanten aus Einkaufs-, Dispositions- und Qualitätssicht sowie im Falle von Entwicklungslieferanten auch im Hinblick auf ihre Forschungs- und Entwicklungskompetenzen sowie Innovationsfähigkeit. Dafür ist es notwendig, die Lieferanten im Vorfeld in diese Kategorien einzuteilen. Die Ergebnisse aus den einzelnen Kriterien und deren Entwicklung über die Zeit dienen dazu, Maßnahmen zu ergreifen und die Performance zu verbessern.

Die Unternehmensführung wird bei der DEUTZ AG monatlich über das Einkaufsbudget und weitere KPIs der Balanced Scorecard informiert. Dieser monatliche Einkaufs-Management-Report mit Kennzahlen für den Vorstand beinhaltet Finanzkennzahlen, Qualitätskennzahlen usw. Der Vorstand hat die zugrunde liegenden Zielvorgaben bestätigt.

Auch im Jahr 2018 hat die DEUTZ AG zahlreiche Aktivitäten zur Einhaltung der internationalen Vorschriften zu REACH, RoHS und Konfliktmineralien durchgeführt. Der Steuerkreis tagte mindestens im zweiwöchigen Rhythmus, beschloss Maßnahmen bei Änderungen in den internationalen Vorschriften und initiierte Prozessverbesserungen.

Verhaltenskodex für Lieferanten in Planung

Die Einhaltung von Umwelt-, Sozial- und Nachhaltigkeitsaspekten in der gesamten Lieferkette ist der DEUTZ AG ein besonderes Anliegen. Daher haben wir im Jahr 2018 beschlossen, einen Verhaltenskodex für Lieferanten zu entwickeln, der die Standards für Umweltschutz, Arbeit, Sicherheit und Integrität festlegt und damit die Erwartungen der DEUTZ AG an ihre Lieferanten klar formuliert. Im Jahr 2019 wird die DEUTZ AG diesen Verhaltenskodex konsequent an die globalen und lokalen Zulieferer kommunizieren und im Rahmen einer Nachhaltigkeitsinitiative das Bewusstsein bei den Lieferanten für die Erwartungen und Vorgaben der DEUTZ AG stärken.

Um sicherzustellen, dass die Lieferanten die Standards und Vorgaben in ihre Prozesse integrieren, werden ab 2019 wesentliche Elemente des Verhaltenskodex in die Lieferantenselbstauskunft und die Lieferantenaudits aufgenommen. Die entsprechenden Ergebnisse werden in den digitalen Lieferantenakten dokumentiert. Sobald der Verhaltenskodex den Lieferanten bekannt gemacht wurde, werden Bestätigungen seitens der Lieferanten hinsichtlich der Einhaltung des Verhaltenskodex eingeholt.

Parallel dazu wird bei Lieferanten aus besonders kritischen Ländern der Fokus auf Qualifizierungsmaßnahmen gesetzt werden, um diese Lieferanten bei der Einhaltung der Standards zu unterstützten. Bei Verstößen gegen die Vorgaben werden die Lieferanten in einem ersten Schritt zu Nachbesserungen aufgefordert werden. Kommen sie dieser Forderung nicht innerhalb einer angemessenen Zeit nach, kann es gegebenenfalls auch zum Ende der Geschäftsbeziehung mit dem Lieferanten kommen.

Regelmäßige Überprüfung der Kennziffern

DEUTZ hat die gesetzten Ziele für das Jahr 2018 in Bezug auf die Anlieferqualität seiner externen Lieferanten sowohl bei Erstmustern als auch für die Serie erreicht. Positiv hervorzuheben ist das historische Tief der Fehlerquote gemessen in Anteilen von einer Million (ppm). Die Ergebnisse zeigen, dass die eingeleiteten Maßnahmen greifen und der kontinuierliche Verbesserungsprozess (KVP) wirkt.

1) Die Aussagen beziehen sich auf direkte Lieferanten mit einem Vertragsverhältnis mit DEUTZ.