Ertragslage

DEUTZ-Konzern: Umsatz

DEUTZ-Konzern: Umsatz 0 500 1000 1500 2000 2014 2015 2016 2017 2018 1.260,2 1.479,1 1.778,8 1.247,4 1.530,2 in Mio. €

Umsatz erheblich ausgeweitet

DEUTZ hat im abgelaufenen Geschäftsjahr Umsatzerlöse von 1.778,8 Mio. € erzielt. Dies sind 20,3 % mehr als im Vorjahr (2017: 1.479,1 Mio. €). Damit haben wir unsere im Geschäftsbericht 2017 veröffentlichte bzw. im Juli 2018 konkretisierte Prognose eines deutlichen Umsatzwachstums auf mehr als 1,6 Mrd. € deutlich übertroffen.

DEUTZ-Konzern: nach Quartalen

DEUTZ-Konzern: nach Quartalen Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4 2018 2017 in Mio. € 1.479,1 1.778,8 382,0 358,7 385,9 414,5 463,1 419,7 481,5 352,5

Unterjährig haben wir wie beim Auftragseingang in allen Quartalen die Vorjahreswerte übertroffen. Im vierten Quartal erlösten wir 481,5 Mio. €; dies sind 24,8 % mehr als im Vorjahresquartal mit 385,9 Mio. €. Damit war das vierte Quartal 2018 zugleich das stärkste des Berichtsjahres.

DEUTZ-Konzern: Umsatz nach Anwendungsbereichen

DEUTZ-Konzern: Umsatz nach Anwendungsbereichen in Mio. € (Vorjahreswerte) 261,1 (230,5)Landtechnik 373,1 (265,6)Material Handling 55,6 (56,1)Automotive 166,3 (152,0)Stationäre Anlagen 545,5 (437,4)Baumaschinen 329,9 (309,2)Service 1.778,8 (1.479,1) 47,3 (28,3)Sonstige

Zu dem signifikanten Umsatzwachstum haben 2018 vor allem die Anwendungsbereiche Material Handling (+40,5 %) und Baumaschinen (+24,7 %) beigetragen. Auch die Landtechnik (+13,3 %) und Stationäre Anlagen (+9,4 %) legten ebenso wie das Servicegeschäft (+6,7 %) zu. Trotz eines leicht rückläufigen Absatzes erzielte der Anwendungsbereich Automotive Umsatzerlöse auf Vorjahresniveau.

DEUTZ-Konzern: Umsatz nach Regionen

DEUTZ-Konzern: Umsatz nach Regionen in Mio. € (Vorjahreswerte) 1.778,8 (1.479,1) 147,5 (147,5)Asien/Pazifik 1.277,4 (1.063,5)Europa/Mittlerer Osten/Afrika 337,8 (268,1)Amerika

In der Region EMEA (Europa, Mittlerer Osten und Afrika) lag der Umsatz mit 1.277,4 Mio. € um 20,1 % über Vorjahr. In der Region Amerika wurde der Umsatz um 26,0 % auf 337,8 Mio. € gesteigert und die Region Asien/Pazifik weitete ihre Umsatzerlöse um 10,9 % auf 163,6 Mio. € aus.

ERGEBNIS

Verdopplung des operativen Ergebnisses

Das operative Ergebnis (EBIT vor Sondereffekten) lag im Geschäftsjahr 2018 mit 82,0 Mio. € um 42,3 Mio. € über dem Vorjahreswert (2017: 39,7 Mio. €) 1) und hat sich damit mehr als verdoppelt. Die Entwicklung ist hauptsächlich auf das höhere Geschäftsvolumen sowie die damit einhergehenden Skaleneffekte zurückzuführen. Das Ergebnis wurde trotz der mehrwöchigen Streikaktivitäten bei unserem Lieferanten Neue Halberg-Guss GmbH erzielt – die hieraus resultierenden Belastungen konnten durch Umplanungen des Bauprogramms und Aufholmaßnahmen teilweise wieder kompensiert werden. Zudem haben wir uns im Berichtsjahr von unserem Joint Venture DEUTZ Dalian getrennt. Die Ergebnisbelastung aus diesem Joint Venture – im Wesentlichen eine Wertberichtigung von 11,3 Mio. € sowie das anteilige At-equity-Ergebnis im ersten Halbjahr 2018 von –2,8 Mio. € – wurde wie erwartet durch Auflösung der kumulierten positiven Währungsumrechnungsdifferenzen in Höhe von 15,8 Mio. € im Zuge der Anteilsveräußerung im vierten Quartal 2018 leicht überkompensiert. Die EBIT-Rendite (vor Sondereffekten) hat sich im Geschäftsjahr 2018 bedingt durch Skaleneffekte und positive Effekte aus den eingeleiteten Effizienzmaßnahmen auf 4,6 % verbessert (2017: 2,7 %) 1). Zu Beginn des Jahres waren wir von einem moderaten Anstieg der EBIT-Rendite vor Sondereffekten ausgegangen. Mit einem Anstieg der EBIT-Rendite von 1,9 %-Punkten haben wir unsere Prognose damit mehr als erfüllt. Auch die im Juli 2018 auf mindestens 4,5 % konkretisierte Ergebnis-Guidance wurde damit erreicht.

DEUTZ-Konzern: Übersicht zur Ertragslage

in Mio. €      
  2018 2017 1) Veränderung in %
Umsatzerlöse 1.778,8 1.479,1 20,3
Umsatzkosten –1.468,3 –1.222,9 20,1
Forschungs- und Entwicklungskosten –92,0 -94,8 –3,0
Vertriebs- und Verwaltungskosten –145,7 –120,3 21,1
Sonstige betriebliche Erträge 40,6 144,1 –71,8
Sonstige betriebliche Aufwendungen –17,7 –41,9 –57,8
Wertminderung aufinanzielle Vermögenswerte –0,7 –0,2 250,0
Ergebnis aus at-equity bewerteten Finanzanlagen –2,2 –0,2
Wertminderung auf at-equity bewertete Finanzanlagen –11,3 0,0
Übriges Beteiligungsergebnis 0,5 0,9 –44,4
Operatives Ergebnis (EBIT) 82,0 143,8 –43,0
davon Sondereffekte 0,0 104,1 –100,0
EBIT (vor Sondereffekten) 82,0 39,7 106,5
Zinsergebnis –1,9 –2,4 –20,8
Ertragsteueraufwendungen –10,2 –22,9 –55,5
Konzernergebnis 69,9 118,5 –41,0
davon Sondereffekte nach Steuern 0,0 85,5 –100,0
Konzernergebnis (vor Sondereffekten) 69,9 33,0 111,8
1) Angepasst infolge der Wertkorrekturen beim Joint Venture DEUTZ Dalian.

Infolge der Steigerung des operativen Ergebnisses hat sich unsere interne Steuerungsgröße Return on Capital Employed (ROCE vor Sondereffekten) 2) von 5,3 % 3) im Vorjahr auf 10,3 % deutlich verbessert und unsere Prognose zu Beginn des Berichtsjahres ebenfalls in vollem Umfang erfüllt.

DEUTZ-Konzern: operatives Ergebnis und EBIT-Rendite
(vor Sondereffekten)

DEUTZ-Konzern: operatives Ergebnis und EBIT-Rendite (vor Sondereffekten) 0 20 40 60 80 100 2014 2015 2016 2017 1) 2018 23,4 (1,9) 39,7 (2,7) 82,0 (4,6) 4,9 (0,4) 31,7 (2,1) in Mio. € (EBIT-Rendite in %) 1) Angepasst infolge der Wertkorrekturen beim Joint Venture DEUTZ Dalian.

DEUTZ-Konzern: operatives Ergebnis (EBIT) nach Quartalen
(vor Sondereffekten)

DEUTZ-Konzern operatives Ergebnis EBIT nach Quartalen vor Sondereffekten Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4 2018 2017 1) in Mio. € (EBIT-Rendite in %) 39,7 82,0 14,1(3,7) 5,0(1,4) 13,0(3,4) 21,7(5,2) 11,7(2,5) 12,5(3,0) 36,1(7,5) 7,6(2,2) 1) Angepasst infolge der Wertkorrekturen beim Joint Venture DEUTZ Dalian.

Umsatzkosten

Einhergehend mit dem gestiegenen Geschäfts- und Produktionsvolumen haben sich die Umsatzkosten im Geschäftsjahr 2018 auf 1.468,3 Mio. € erhöht. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr in Höhe von 245,4 Mio. € resultiert insbesondere aus höheren Material- und Personalaufwendungen. Durch die bereits erwähnten Skaleneffekte hat sich die Bruttomarge 4) von 17,3 % im Vorjahr auf 17,5 % im Berichtsjahr leicht verbessert, obwohl die zwischenzeitlichen Streikaktivitäten bei der Neue Halberg-Guss GmbH belastend wirkten.

Forschungs- und Entwicklungskosten

Die Forschungs- und Entwicklungskosten betrugen im Berichtsjahr 92,0 Mio. €. Sie bestehen im Wesentlichen aus Personal- und Materialaufwendungen sowie Abschreibungen auf bereits fertiggestellte Entwicklungsprojekte. Vereinnahmte Investitionszuschüsse und aktivierte Entwicklungskosten werden mindernd berücksichtigt. Der leichte Rückgang gegenüber dem Geschäftsjahr 2017 in Höhe von 2,8 Mio. € ist insbesondere auf planmäßig niedrigere Abschreibungen zurückzuführen.

Vertriebs- und Verwaltungskosten

Die Vertriebs- und Verwaltungskosten sind gegenüber dem Vorjahr um 25,4 Mio. € auf 145,7 Mio. € gestiegen. Diese Entwicklung ist hauptsächlich auf den Erwerb der Gesellschaften Torqeedo und DEUTZ Italy (vormals IML Motori S.r.l.) zum 1. Oktober 2017 zurückzuführen. Während im Vorjahr nur die Geschäftsaktivitäten der neuen Gesellschaften im vierten Quartal 2017 in den Konzernabschluss der DEUTZ AG einbezogen wurden, beinhaltet der Konzernabschluss 2018 die Geschäftsaktivitäten des gesamten Jahres.

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge lagen im Berichtsjahr bei 40,6 Mio. €. Der Rückgang gegenüber dem Vergleichszeitraum in Höhe von 103,5 Mio. € ist insbesondere auf die im Vorjahr angefallenen Erträge aus der Veräußerung der Grundstücke unseres bisherigen Standorts Köln-Deutz und des Erbbaurechts unserer Tochtergesellschaft Ad. Strüver KG an einem Grundstück in Hamburg zurückzuführen. Die Ergebnisse der beiden Transaktionen wurden 2017 den Sondereffekten zugeordnet. Dem gegenüber stand im Berichtsjahr die Umbuchung der kumulierten positiven Währungsumrechnungsdifferenzen in Höhe von 15,8 Mio. € im Zuge der Veräußerung unserer Anteile an dem Joint Venture DEUTZ (Dalian) Engine Co., Ltd., Dalian (China).

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beliefen sich im Berichtsjahr auf 17,7 Mio. €. Gegenüber dem Vorjahr betrug der Rückgang 24,2 Mio. €. Entscheidend dafür waren insbesondere im Vorjahr angefallene Sondereffekte im Zusammenhang mit der Veräußerung der Grundstücke unseres bisherigen Standorts Köln-Deutz.

Wertminderung auf at-equity bewertete Finanzanlagen

Die bereits zum 30. Juni 2018 erfasste Wertminderung betrifft die Anteile an dem Joint Venture DEUTZ Dalian. Zum Hintergrund der Wertminderung verweisen wir auf die ausführliche Darstellung zum Joint Venture DEUTZ Dalian im folgenden Abschnitt.

Ertragsteuern

Der Ertragsteueraufwand lag im Berichtsjahr bei 10,2 Mio. € (2017: 22,9 Mio. €). Davon betrugen die originären Steueraufwendungen 16,0 Mio. €. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sind diese aufgrund des geringeren operativen Ergebnisses (EBIT) um 7,3 Mio. € (2017: 23,3 Mio. €) gesunken. Dem gegenüber standen latente Steuererträge in Höhe von 5,8 Mio. € (2017: 0,4 Mio. €).

Ergebnis je Aktie

Das Konzernergebnis ist im Berichtszeitraum um 48,6 Mio. € auf 69,9 Mio. € gesunken. Dies führte zu einem geringeren Ergebnis je Aktie in Höhe von 0,58 € (2017: 0,98 €) 5). Bereinigt um die Sondereffekte des Vorjahres, die sich nach Steuern auf 98,1 Mio. € beliefen, hat sich das Konzernergebnis um 50,3 Mio. € erhöht. Dementsprechend ist das bereinigte Ergebnis je Aktie von 0,17 € im Vorjahr auf 0,58 € im Berichtsjahr gestiegen.

Joint Venture DEUTZ Dalian

Wie im April 2018 mitgeteilt wurden im Rahmen der Prüfung strategischer Optionen in China auch die Bewertungsansätze beim Joint Venture DEUTZ (Dalian) Engine Co., Ltd. mit Sitz in Dalian (China) durch eine Prüfungsgesellschaft überprüft. Die mit der Prüfung beauftragte Gesellschaft hat uns am 17. April 2018 über den Verdacht einer Überbewertung einiger Positionen in der Bilanz von DEUTZ Dalian und damit über einen möglichen Korrekturbedarf des At-equity-Ansatzes im Konzernabschluss der DEUTZ AG informiert.

Die danach eingeleitete eingehende Prüfung der Wertansätze bei DEUTZ Dalian ergab insgesamt einen Korrekturbedarf unseres At-equity-Ansatzes in Höhe von 23,1 Mio. €. Davon betrafen 14,9 Mio. € die Geschäftsjahre vor 2018 und wurden im Einklang mit den geltenden IFRS entsprechend rückwirkend durch Anpassung des At-equity-Ansatzes für DEUTZ Dalian und des Konzerneigenkapitals zum 31. Dezember 2017 und früher korrigiert. 8,2 Mio. € entfielen dagegen auf das Geschäftsjahr 2018 und belasteten damit das auf DEUTZ Dalian entfallende At-equity-Ergebnis, das bis zur Umgliederung der Anteile in zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte insgesamt –2,8 Mio. € betrug. Die zu korrigierenden Wertansätze bei DEUTZ Dalian betrafen insbesondere Vorräte, Sachanlagen, eigene Entwicklungsprojekte sowie Rückstellungen für Gewährleistungskosten.

Vor dem Hintergrund der vorgenommenen Wertkorrekturen und der Absicht zur Veräußerung unserer Anteile an DEUTZ-Dalian wurde der zum 30. Juni 2018 fortgeschriebene At-equity-Buchwert der DEUTZ-Dalian-Anteile einem Impairment-Test gem. IAS 36 unterzogen und auf den im Rahmen der Veräußerung erwarteten Gesamterlös von 9,7 Mio. € um 11,3 Mio. € abgewertet.

Nach Veräußerung der Anteile im vierten Quartal 2018 wurden im »Other Comprehensive Income« bilanzierte positive Währungsumrechnungsdifferenzen in Höhe von 15,8 Mio. € in die Gewinn- und Verlustrechnung des Geschäftsjahres 2018 umgebucht. Die bis zum Veräußerungszeitpunkt im Jahr 2018 aufgelaufene Belastung des operativen Ergebnisses (EBIT vor Sondereffekten) – im Wesentlichen bestehend aus dem anteiligen At-equity-Ergebnis und der Wertberichtigung zum 30. Juni 2018 – wurde damit wie erwartet leicht überkompensiert. Der insgesamt im Zusammenhang mit dem Joint Venture DEUTZ Dalian im Berichtsjahr aufgelaufene Beitrag zum operativen Ergebnis betrug 1,2 Mio. €.

1) Angepasst infolge der Wertkorrekturen beim Joint Venture DEUTZ Dalian.
2) Return on Capital Employed (ROCE): Verhältnis von EBIT zu durchschnittlichem Capital Employed. Capital Employed: Bilanzsumme abzüglich Zahlungsmitteln und -äquivalenten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstigen kurz- und langfristigen Verbindlichkeiten basierend auf Durchschnittswerten von zwei Bilanzstichtagen.
3) Angepasst infolge der Wertkorrekturen beim Joint Venture DEUTZ Dalian.
4) Bruttomarge: Verhältnis von Umsatzerlösen abzüglich Umsatzkosten zu Umsatzerlösen (ohne Berücksichtigung von Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungsleistungen).
5) Angepasst infolge der Wertkorrekturen beim Joint Venture DEUTZ Dalian.