Forschung und Entwicklung

Forschungs- und Entwicklungsausgaben (nach Zuschüssen) 1)

Forschungs- und Entwicklungsausgaben (nach Zuschüssen) 0 20 40 60 80 100 2014 2015 2016 2017 2018 67,0 (4,5) 85,0 (4,8) 50,4 (4,0) 40,8 (3,3) 53,1 (3,5) Entwicklungspartnern und Fördermitteln. Forschungs- und Entwicklungsausgaben abzüglich Zuschüssen von in Mio. € (F&E-Quote in %) 1)

Forschungs- und Entwicklungsausgaben deutlich ausgeweitet 1)

Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung beliefen sich im Berichtsjahr auf 88,7 Mio. € (2017: 70,9 Mio. €). Abzüglich Zuschüssen von Entwicklungspartnern und Fördermitteln lagen die Ausgaben bei 85,0 Mio. € (2017: 67,0 Mio. €) und damit im Rahmen der Planung. Die F&E-Quote (nach Zuschüssen) – das Verhältnis von Netto-Entwicklungsausgaben zum Konzernumsatz – hat sich damit leicht auf 4,5 % erhöht (2017: 4,5 %). Der Anstieg der F&E-Ausgaben gegenüber dem Vorjahreswert ist im Wesentlichen auf die Erweiterung unserer Produktpalette zurückzuführen. Von den Entwicklungsausgaben nach Zuschüssen wurden im Berichtsjahr 25,3 % aktiviert (2017: 26,1 %).

In der Segmentbetrachtung beliefen sich die Ausgaben nach Zuschüssen bei DEUTZ Compact Engines auf 71,3 Mio. € (2017: 63,5 Mio. €) und bei DEUTZ Customised Solutions auf 7,1 Mio. € (2017: 2,2 Mio. €). Im Segment Sonstiges sind Ausgaben nach Zuschüssen von 6,6 Mio. € angefallen (2017: 1,3 Mio. €); im Vorjahr war lediglich das vierte Quartal hinsichtlich der Forschungs- und Entwicklungsausgaben von Torqeedo berücksichtigt worden.

Stufe-V-zertifiziert

Für die nächste europäische Emissionsstufe EU Stufe V 2), die seit dem Jahr 2019 für Motoren mit Leistungen bis 56 kW und größer als 130 kW einzuhalten ist, sind unsere Motoren gerüstet. Bereits im Jahr 2017 haben wir Zertifikate für »Stufe V« erhalten – als Erste weltweit. 2018 haben wir unsere Motorenpalette bis 4 Liter und mit Leistungen bis 56 kW vollständig auf die neue Abgasgesetzgebung in Europa umgestellt. Für Leistungen größer 130 kW wurden die 6–8-Liter-Motoren ebenfalls zertifiziert. Im laufenden Jahr steht die Umstellung unserer Motoren zwischen 56 und 130 kW an; die Stufe-V-Gesetzgebung wird für diese Motoren zum 1. Januar 2020 wirksam. In den USA ist hinsichtlich der Einführung einer weiteren Emissionsstufe bis dato nichts bekannt.

Produktportfolio wird kontinuierlich erweitert

Unsere Produktpalette ergänzen wir mit Neuentwicklungen, Kooperationen und Akquisitionen. So wurde mit dem D/TD/TCD 2.2 ein 3-Zylinder-Motor entwickelt, der auf dem bestehenden 4-Zylinder-Motor mit 2,9 Liter Hubraum basiert. Die ersten Motoren dieser Baureihe hatten 2018 ihren Produktionsstart. Außerdem bieten wir die kleineren Motoren neben einer Dieselversion auch für den Betrieb mit Flüssiggas (LPG) an. Diese Anwendung ist insbesondere für Gabelstapler und andere Material-Handling-Anwendungen interessant. Daneben ist die Erweiterung auf »Bi-Fuel« geplant, das heißt der wahlweise Betrieb mit Flüssiggas oder Benzin. Für die neue Abgasgesetzgebung in China, China IV, voraussichtlich Mitte 2020, haben wir die Entwicklung von Motoren ohne SCR-Katalysator gestartet.

Darüber hinaus verstärken wir unser Dieselportfolio um einen starken 4-Zylinder. Der DEUTZ TCD 5.2 mit entsprechenden 5,2 Liter Hubraum ist ein neues Derivat vom erfolgreichen DEUTZ TCD 7.8. Dieser schließt eine Leistungslücke in unserem 4-8-Liter-Portfolio. Durch hohe Synergien mit unserem bestehenden 7,8-Liter-6-Zylinder-Motor können wir diese Neuentwicklung mit sehr günstigen Investitionskosten gestalten.

Bei größeren Motoren planen wir die Einführung eines 4-Zylinder-Motors mit 9 Liter Hubraum sowie von 6-Zylinder-Motoren mit 12,0, 13,5 und 18,0 Liter Hubraum in Kooperation mit der Firma Liebherr Machines Bulle S.A. Diese Industriemotoren von 200 bis 620 kW stellen eine wichtige Erweiterung unseres oberen Leistungsspektrums dar. Im vergangenen Jahr wurden erste Prototypen für Kunden gefertigt.

Die Diskussion um den Dieselmotor beflügelt die Entwicklung neuer Technologien. So werden alternative Antriebe künftig auch in den Kernsegmenten von DEUTZ eine wichtige Rolle spielen. DEUTZ nutzt frühzeitig die sich aus dem veränderten Umfeld ergebenden Chancen und ergänzt seine innovativen Antriebssysteme mit der E-DEUTZ-Strategie, die auf die Entwicklung und Herstellung hybrider und vollelektrischer Antriebssysteme für Off-Highway-Anwendungen abzielt. Die Akquisition von Torqeedo im Jahr 2017 beschleunigt die Elektrifizierung der Antriebsaggregate von DEUTZ maßgeblich. Potenziale liegen unter anderem in der deutlichen Senkung des Kraftstoffverbrauchs und der Betriebskosten.

Außerdem können rein elektrische Antriebe neue Anwendungen – zum Beispiel in geschlossenen Räumen oder Umweltzonen – erschließen. Wir haben sowohl vollelektrische als auch hybride Antriebssysteme in Kundenfahrzeuge integriert. In enger Abstimmung mit Schlüsselkunden erfolgt die Umsetzung eines modularen Baukastens für die Elektrifizierung unserer Antriebe. Dabei werden je nach Leistungsanforderung E-Maschinen und Batterien auf 48-V-Basis und 360-V-Basis entwickelt. Der modulare Baukasten wurde 2018 konzeptionell dargestellt und in Prototypfahrzeugen sowie auf unseren Prüfständen erprobt. Im laufenden Jahr steht die Industrialisierung an.

Ein besonderes Augenmerk haben wir zudem auf Datenübertragung und -auswertung gelegt (Industrie 4.0), um unseren Kunden zukünftig neue Dienstleistungen anzubieten. Die 2017 eingeführte DEUTZ Connect App wurde intensiv eingesetzt und gezielt weiterentwickelt.

Vorentwicklungsaktivitäten gesteigert

Eine intensive Forschung und Entwicklung bildet auch zukünftig die Basis für innovative Produkte und Dienstleistungen von DEUTZ. Hier haben wir unsere Aktivitäten zuletzt hinsichtlich alternativer Kraftstoffe ausgeweitet. Dabei stehen neben Erdgas auch Wasserstoff und regenerativ erzeugte Kraftstoffe im Fokus. Auch die bereits erwähnten Projekte im Rahmen der E-DEUTZ-Strategie erfolgten noch im Rahmen von Vorentwicklungsaktivitäten.

Ein im Jahr 2018 in Betrieb genommenes Innovationcenter bündelt die Innovationsideen der gesamten DEUTZ-Gruppe. Hier arbeiten kollaborative Teams in einer kreativen Umgebung mit dem Ziel, den internen und externen Kunden innerhalb kurzer Zeit neue Ideen in Prototypen vorzustellen, um so neue Geschäftsideen zu erproben.

1) Bei Forschungs- und Entwicklungsausgaben handelt es sich um tatsächliche Ausgaben für F&E-Projekte. Diese unterscheiden sich von den Forschungs- und Entwicklungskosten in der Gewinn- und Verlustrechnung im Wesentlichen dahingehend, dass aktivierungspflichtige Entwicklungskosten abgezogen und Abschreibungen auffertiggestellte Entwicklungsprojekte hinzugerechnet werden.
2) Verordnung (EU) 2016/1628 des Europäischen Parlaments und des Rats vom 14. September 2016.